Das neue Wertschöpfungsmodell der Assekuranz ist voraussichtlich … fast das alte

Die Assekuranz will es alleine machen: Die Industrialisierung der traditionellen Wertschöpfung wird gemäss den Ergebnissen der Studie „Industrialisierung der Assekuranz in einer digitalen Welt“ weitgehend durch die Assekuranz selbst umgesetzt werden. Die bei mehr als 100 Versicherungsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführte Studie der Universität St. Gallen in Zusammenarbeit mit dem Softwarehersteller Adcubum zeigt, dass die Wertschöpfungstiefe, die heute 84% beträgt, künftig weiterhin 74% betragen wird.

Über 90% der Versicherungsunternehmen wickeln z.B. die Vertragsverwaltung selber ab, obwohl diese seitens der Kundschaft praktisch kein Differenzierungspotenzial für die Versicherungsunternehmen aufweist. Es scheint deshalb, als wolle die Versicherungswirtschaft den Kampf gegen die Internetgiganten alleine führen. Dadurch läuft sie Gefahr, von IT-spezialisierten Anbietern hinsichtlich des Online-Kanals zunehmend substituiert zu werden.

Dies macht es laut der Studie erforderlich, dass sich Versicherungen mehr denn je um ihre Kunden kümmern müssen, um sich von der neu erwachsenden Konkurrenz aus dem Netz abzuheben – sei es hinsichtlich Services als auch beispielsweise bei der Schadenregulierung,

Das Outsourcing von administrativen und nicht-marktorientierten Dienstleistungen ist für kleinere Unternehmungen Gefahr und Chance zugleich, weil sie sich dadurch mehr auf den Markt und dessen Herausforderungen konzentrieren können.

Klaus Ammon
Quelle: Adcubum GmbH und finanznachrichten.de vom April 2015